Gesundheitsnachrichten

hsg-Absolventen erhalten IFK-Wissenschaftspreis

In der Arbeit wird ein wissenschaftliches Dokumentationsverfahren geprüft, mit dem die physiotherapeutische Versorgung zur Förderung der Alltagsmobilität von älteren Menschen besser beschrieben und mittelfristig verbessert werden könnte.

Mit der gemeinsamen Bachelor-Arbeit mit dem Titel ‚Validierung eines Tools zur Beobachtung physiotherapeutischer Versorgung zur Mobilitätsverbesserung in der Geriatrie‘ erzielten sie am 12. Juni 2020, auf dem Wissenschaftstag des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK), den ersten Platz in der Kategorie ‚Bachelorarbeiten – Klinisch/Experimentell‘. Mit dem IFK-Wissenschaftspreis prämiert der Verband herausragende Abschlussarbeiten, die sich mit einem physiotherapeutischen Thema beschäftigen.

„Wir freuen uns sehr über den Erfolg unserer beiden Absolventen auf dem IFK-Wissenschaftstag. Wir wissen aktuell viel zu wenig darüber, wie physiotherapeutisches Training im Versorgungsalltag gestaltet und dosiert wird. Das liegt auch daran, dass Erhebungsinstrumente zur systematischen Beobachtung der Versorgung fehlen. Die Arbeit geht diese wichtige Frage am Beispiel der geriatrischen Mobilitätsförderung an und prüft psychometrische Eigenschaften eines neu entwickelten, strukturierten Beobachtungsinstrumentes. Wir hoffen, dass dies zu einem verbesserten Austausch zwischen Therapeut*innen in der Praxis und der akademischen Ausbildung beiträgt, und das Erkennen von Zusammenhängen zwischen der Therapiedosis und dem Therapieergebnis ermöglicht – wichtige Schritte auf dem Weg zu einer besseren Versorgung älterer Menschen mit Mobilitätseinschränkungen“, sagte Physiotherapie-Professor Dr. Christian Thiel im Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften der hsg Bochum, der die Bachelor-Arbeit betreut hat.

Mark Rietz, stellvertretender IFK-Vorsitzender, lobte die Kandidaten, die sich um den diesjährigen IFK-Wissenschaftspreis beworben hatten, da sie alle dazu beigetragen hätten, die Physiotherapie fachlich weiterzuentwickeln. Rietz: „Wir sind stolz auf unseren wissenschaftlichen Nachwuchs, der mit uns die Physiotherapie für die Zukunft rüstet.“

Die beiden Absolventen teilen sich das Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro, welches von der Helmsauer Gruppe gesponsert wurde. Bildunterschrift: Im Bild v.l.n.r.: Ute Repschläger (IFK), Mark Rietz (IFK), Preisträger Kai Keller und Bernd Helmsauer (Sponsor). Auf dem Foto fehlt Preisträger Johannes Soff.

Fitnesstracker

Von 25 geprüften Fitnesstrackern liefern nur zwei Smartwatches stimmige Werte. Vor allem die getesteten Fitnessarmbänder messen Puls, Kalorienverbrauch und zurückgelegte Strecke sehr ungenau. Abweichungen im zweistelligen Prozentbereich sind keine Seltenheit, teilweise liegen sie auch über 50 Prozent.

Beim Laufen etwa zeigte das Xiaomi-Fitnessarmband im Mittel aller Probanden einen um 18 Prozent zu geringen Puls an. Im Extrem nannte das Armband für eine Testjoggerin einen Wert von 104 – statt 181. Bei der Streckenmessung zeigten viele geprüfte Armbänder beim Radfahren keine Strecke an. Selbst beim Gehen wichen sie ab – im Extrem um bis zu fast 40 Prozent. Bei den verbrannten Kalorien lag Garmin beim Gehen fast 75 Prozent daneben.

Die Tester raten, die Armbänder mit dem Smartphone zu koppeln. Dann können sie auf die Satellitenortung der Telefone zugreifen. Wer immer genaue Messwerte bekommen möchte, sollte aber gleich zu den zwei guten, aber teuren Smartwatches greifen. Sie kommen von Apple und Garmin und kosten rund 500 bzw. 330 Euro. Es gibt jedoch auch Smartwatches, die insgesamt nur ausreichend abschneiden.

In punkto Stabilität sind alle Geräte im Test sehr gut oder gut, beim Schutz der Nutzerdaten alle nur befriedigend oder ausreichend.

Der vollständige Test findet sich in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/wearables abrufbar.

09.07.2020 DGA | Quelle: Stiftung Warentest

"Mach die Welle für Menschen mit Rheuma" - Kampagne der Deutschen Rheuma-Liga

Mit der Online-Petition „Mach die Welle für Menschen mit Rheuma“ setzt sich die Deutsche Rheuma-Liga bundesweit für die rund 17 Millionen Menschen mit Rheuma ein. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie müssen viele von ihnen auf einen wichtigen Baustein der medizinischen Versorgung verzichten: das funktionsbezogene Bewegungstraining im Wasser oder in der Turnhalle. "Ich leide unter rheumatoider Arthritis. Durch das seit der Corona-Pandemie zwangsweise eingestellte Funktionstraining hat sich mein Gesundheitszustand deutlich verschlechtert. Ich lebe aktuell mit dauerhaft starken Schmerzen und massiven Bewegungseinschränkungen. Meine Einnahme von Schmerzmitteln ist in dieser Zeit rapide gestiegen", berichtet die Rheuma-Patientin Marianne Korinth (59). "Bewegung ist das A und O in der Rheuma-Therapie", bestätigt der orthopädische Rheumatologe Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann. Ohne das funktionsbezogene Training, so das Vorstandsmitglied der Deutschen Rheuma-Liga, drohen den Patienten vielfach unwiederbringliche Langzeitschäden an den Gelenken.

Krankenkassen wollen Corona-Mehraufwand nicht zahlen

Zwar arbeitet die Deutsche Rheuma-Liga als ehrenamtliche Anbieterin der ärztlich verordneten Kassenleistung Funktionstraining mit Hochdruck an der Wiederaufnahme des lebensnotwendigen Therapiebausteins. Doch verursachen die durch die COVID-19-Pandemie nötigen Hygienemaßnahmen so erhebliche Mehrkosten, dass die gemeinnützige Organisation ohne staatliche Unterstützung an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit getrieben wird. "Die Krankenkassen als unser Vertragspartner sind bisher nicht bereit, die Vergütungssätze für die Mehraufwände beim Funktionstraining zu erhöhen. Sie berufen sich auf fehlende gesetzliche Regelungen. Mit unserer Petition fordern wir deshalb die Politik auf, hier schnell Abhilfe zu schaffen: Herr Bundesminister Spahn, lassen Sie Menschen mit Rheuma jetzt nicht fallen und schaffen Sie eine gesetzliche Regelung, damit rheumakranke Menschen auch in Zukunft das Funktionstraining erhalten können!", erklärt Rotraut Schmale-Grede, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. Die Bundesregierung habe in den letzten Monaten zahlreiche gesetzliche Regelungen auf den Weg gebracht, um das Gesundheitswesen während der Pandemie zu stützen. Die Appelle chronisch rheumakranker Menschen an die Politik, auch das Funktionstraining dabei zu berücksichtigen, blieben bisher jedoch ungehört.

Rheuma-Liga macht die Welle

Um die Nöte der Rheuma-Patienten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, begleitet die Deutsche Rheuma-Liga die Online-Petition mit der Socialmedia-Challenge "Mach die Welle!". Den Start der Kampagne können Interessierte auf www.instagram.com/Deutsche_Rheuma_Liga, https://www.instagram.com/mein_rheuma_wird_erwachsen oder www.facebook.com/DeutscheRheumaLiga verfolgen und teilnehmen. Hier Petition zeichnen Bildunterschrift:

In Deutschland nehmen rund 200.000 Menschen mit Rheuma am Funktionstraining teil. Das Bewegungsangebot der Rheuma-Liga ist ein wesentlicher Therapiebestandteil.

Herzkinder sitzen zu viel - WHO-Empfehlungen werden kaum befolgt

Eine Stunde täglich. So lautet das von der WHO empfohlene Minimum an körperlicher Bewegung. Doch davon bekommen die meisten Kinder und Jugendlichen in Deutschland zu wenig. Laut KiGGS Motorik Modul-Studie halten sich nur etwa 13 Prozent der sechs- bis 17-Jährigen täglich eine Stunde fit. Das ist die Vergleichsgruppe, die das Forscherteam um den Kinderkardiologen Christian Apitz am Universitätsklinikum Ulm gemeinsam mit der Sportwissenschaftlerin Claudia Niessner vom Karlsruher Institut für Technologie und dem Kinderkardiologen Jannos Siaplaouras für die weltweit bislang umfassendste Studie zur sportlichen Betätigung von Herzkindern herangezogen hat.

Herzkinder treiben zu wenig Sport

Gefördert wurde die S-BAHn (Sport bei angeborenen Herzfehlern)-Studie am Kompetenznetz Angeborene Herzfehler von der Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren. Das Ergebnis: Nur neun Prozent der von angeborenen Herzfehlern betroffenen Kinder und Jugendlichen treiben täglich eine Stunde Sport. Bei den Herzkindern mit schweren angeborenen Herzfehlern waren es gerade noch acht Prozent. „Das sind noch einmal drei bis vier Prozent weniger als in der gleichaltrigen herzgesunden KiGGS-Vergleichsgruppe“, stellt Claudia Niessner fest. Die Wissenschaftler haben dazu die vollständigen Datensätze von 1.198 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Nationalen Registers im Alter zwischen 6 und 17 Jahren mit leichten, moderaten und komplexen angeborenen Herzfehlern ausgewertet und sie mit den Daten von 3.385 gleichaltrigen Teilnehmern aus der KiGGS Motorik-Modul Studie verglichen. Bundesweit haben im Rahmen der S-BAHn-Studie rund 1.700 minderjährige Herzpatientinnen und -patienten sowie ihre Eltern bzw. Fragen zur körperlichen Aktivität, zur medizinischen Versorgung sowie zu den Sportempfehlungen der behandelnden Ärzte beantwortet.

Ärzte beraten übervorsichtig

Überrascht hat das Forscherteam die hohe Anzahl der Studienteilnehmer, die angaben, ihre körperliche Aktivität auf ärztlichen Rat hin eingeschränkt zu haben. Bei Kindern und Jugendlichen mit komplexen angeborenen Herzfehlern war das bei der Hälfte der Fall, bei Patienten mit moderaten angeborenen Herzfehlen gab das jeder Dritte an. Bei Patienten mit einfachen angeborenen Herzfehlern machte noch immer jeder Achte diese Angabe.
Die Wissenschaftler sehen hier dringenden Handlungsbedarf: „Dass vor allem Eltern und Sorgeberechtigte dazu neigen, die jungen Herzpatienten in Watte zu packen, war uns aus anderen Studien bekannt. Dass sich ein ähnliches Verhalten auch bei den behandelnden Ärzten abzeichnet, erfüllt uns mit Sorge. Hier liegt eine Beratungslücke vor, die dringend geschlossen werden muss“, sagt Christian Apitz.

Bewegungsangebote ausbauen, Aufklärung intensivieren

Für Kinder und Jugendliche mit angeborenen Herzfehlern sei der tägliche körperliche Ausgleich besonders wichtig. Was bei allen Menschen nachweislich für mehr Wohlbefinden sorge, Nerven, Muskeln und Abwehrkräfte stärke und die Konzentration fördere, wirke bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern auch dem erhöhten Risiko lebensbedrohlicher Folgeerkrankungen entgegen. Die Forscher empfehlen daher unisono, die Bewegungsangebote insbesondere auch für Kinder und Jugendliche mit schweren angeborenen Herzfehlern deutlich auszubauen. Zudem sei eine intensivierte Aufklärung durch die behandelnden Ärzte wichtig. „Ärztinnen und Ärzte müssen sich genügend Zeit für den einzelnen Patienten nehmen dürfen. Der Klinikalltag heute gestattet das kaum noch. Sie sollten sich untereinander regelmäßig über die sportliche Aktivität der Patienten beraten und diese individuell dazu ermutigen, sich regelmäßig sportlich zu betätigen“, mahnt Studienerstautor Jannos Siaplaouras.

Leserservice:

Sie oder Ihr Kind haben einen angeborenen Herzfehler? Mit Ihrer Anmeldung im Nationalen Register für angeborene Herzfehler unterstützen Sie den medizinischen Fortschritt. Hier erhalten Sie auch wichtige Informationen zu aktuellen Forschungsprojekten und Unterstützungsangeboten. Mehr dazu unter: www.herzregister.de. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und jederzeit widerrufbar. https://www.kompetenznetz-ahf.de/patienten/service-fuer-patienten/am-register-teilnehmen/



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